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Turandot

Deutsche Oper Berlin

Foto  © Bettina Stöß
bis 17. Mär 2018
Deutsche Oper Berlin
Bismarckstr. 35
10627 Berlin

Giacomo Puccini

 

Eine Gesellschaft wird terrorisiert von einer Prinzessin. Turandot, schöne und faszinierende Repräsentantin eines ererbten Herrschafts-Systems, führt das Schreckensritual aus. Ein Ende der Gewalt verspricht allein ihre Verheiratung, doch keinem der Kandidaten gelingt es, die Bedingung zu erfüllen und ihre Rätsel zu lösen. Immer wieder vollzieht sich dasselbe Spektakel und endet mit einer neuen Hinrichtung. Calaf, Sohn eines vertriebenen Machthabers aus fremdem Land, durchbricht wider alle Erwartung dieses Schema. Er beantwortet die Fragen und steigert seinen Triumph, indem er die Machtverhältnisse umkehrt, das grausame Rätselspiel verlängert und der Prinzessin eine Gegenfrage stellt.

 

Puccini will mit Anfang sechzig noch einmal neue Wege gehen. Die Welt ist im Umbruch, in den Künsten vollzieht sich ein tiefgreifender Wandel, neue, abstraktere Formen bieten sich zur Formulierung von Erfahrungen der Gegenwart an. Zur Grundlage der Oper, an der Puccini in seinen letzten vier Lebensjahren arbeitet, wählte er mit TURANDOT einen Stoff, der auf ein Märchenstück Carlo Gozzis [1762] zurückgeht. Trotz der exotischen Klänge seiner reichsten und mit den härtesten Dissonanzen ausgestatteten Partitur entfaltet sich in TURANDOT nicht der Kosmos eines puppenhaft-niedlichen Chinas, sondern eine von der Atmosphäre unfassbarer Grausamkeit durchdrungene Welt.

 

Die Auflösung des Dramas wurde für Puccini zum unüberwindlichen Hindernis. Ihm, dem ein Happy End seiner Opern von jeher suspekt war, gelang es nicht, die Sackgasse zu verlassen, in die ihn der Opfertod Liùs und die bevorstehende Zusammenführung Turandots und Calafs geführt hatte. Die Frage, auf welcher Grundlage diese beiden Gemeinsamkeit entwickeln könnten, blieb unbeantwortet. Den Gedanken der allesumfassenden Liebe zum jegliche Widerstände überwindenden Erlösungsinstrument zu ernennen, faszinierte und widerstrebte Puccini gleichzeitig zutiefst, so dass er nicht in der Lage war, diese Utopie darzustellen. Als er 1924 starb, hinterließ er ein Fragment. Der Ricordi Verlag beauftragte den Komponisten Franco Alfano damit, die Oper nach Skizzen Puccinis zu ergänzen.

 

45 Minuten vor Vorstellungsbeginn: Einführung im Rang-Foyer rechts

In italienischer Sprache

Besetzung
Inszenierung Lorenzo Fioroni
2008
Musikalische Leitung Alexander Vedernikov
Bühne Paul Zoller
Kostüme Katharina Gault
Chöre Jeremy Bines
Kinderchor Christian Lindhorst
Chor der Deutchen Oper Berlin
Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin

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