Kollektive Andacht zu einem wohlgehüteten Geheimnis
„Dass da gehören soll, was da ist, denen, die für es gut sind.“ (B. Brecht)
Eigentum verändert das Bewusstsein. Es trennt Freund*innen, es erteilt Macht über andere, es schließt aus. Eigentum ist selbstverständlich. Und man spricht nicht darüber. Nichts ist so konstituierend für unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben, nichts wirkt so trennend auf die Gemeinschaft wie das Eigentum. She She Pop möchten mit “Oratorium” das Geheimnis des Eigentums lüften, es auf eine Bühne zerren.
Man sagt, das Theater westlicher Ausprägung beginnt mit dem Protagonisten Thespis, der sich vor 2500 Jahren vor den Chor gestellt hat. Man könnte aber auch sagen: In diesem Moment ist die Bühne privatisiert worden. Das Individuum wurde seither konsequent überschätzt, überfordert und emotional ausgebeutet. "Oratorium” möchte ein Schlaglicht auf den Zusammenhang von bürgerlicher Öffentlichkeit, Eigentum und demokratischer Ermächtigung werfen.
Gemeinsam mit dem Chor der lokalen Delegierten und ihrem jeweiligen Publikum werden She She Pop über Eigentum sprechen und auf die eigenen Besitzverhältnisse, die Verteilung der Güter und die damit verbundenen Verwerfungen schauen. Inspiriert von Brechts Lehrstücktheorie entwickeln sie Regeln für den dialogischen Theaterabend und bilden uneinige Sprechchöre, die jeden Abend aufs Neue unseren Umgang mit dem Eigentum verhandeln.
Wer darf sprechen? Wer ist präsent, wer wird repräsentiert? Aus der Vielstimmigkeit, der Uneinigkeit und dem immer nur für Momente zu erreichenden Einklang entsteht ein kollektiver Monolog.
| Von und mit | She She Pop Sebastian Bark Johanna Freiburg Fanni Halmburger Lisa Lucassen Mieke Matzke Ilia Papatheodorou Berit Stumpf sowie dem Chor der lokalen Delegierten |
| Chor der Delegierten in Berlin | Saioa Alvarez Ruiz Majd Assassa Jean Chaize Antonio Cerezo Brigitte Cuvelier Peggy Mädler Susanne M. Scholl Wenke Seemann Janek Sobolewski |
| Bühne | Sandra Fox |
| Kostüme | Lea Søvsø |
| Musik | Max Knoth |