Eine Kollapsfantasie von Club Gewalt
in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
Stell dir eine Powerpoint-Präsentation vor: halbherzig-inspirierende Worte über die Erholung nach einer postnatalen Depression. Dann Abrissbirnen. Irgendwas mit Gott suchen. Ein grunzender Chor. Lauwarmes Fingerfood und Popikone Sluttz Suzy, die einen Hyperpopbanger über das Kinderkriegen in einer hoffnungslosen Welt spielt. Eine White-Noise-Box. Was als eine erbauliche Rede über das Überwinden einer existentiellen Krise beginnt, geht unter in kathartischem Lärm …
Wir leben in Zeiten der Polykrise: Wo uns mal eine Zukunft von Stabilität und Fortschritt versprochen wurde, drohen jetzt alle Systeme um uns herum und in uns selbst zusammenzubrechen. Der menschliche Überlebensinstinkt ist den heutigen Problemen nicht gewachsen, unsere Gehirne sind überfordert durch ständige Stimulanz.
In der Performance-Oper „Noise“ fragt sich Club Gewalt: Wie können unsere Sinne lernen, mit dem ständigen Rauschen der Weltuntergangsprognosen umzugehen? Wie verleihen wir einer Zukunft Sinn, die keinen Wohlstand verspricht?
Club Gewalt ist ein musikbasiertes Performance-Kollektiv aus Rotterdam. Aus dem Widerwillen gegen Ungerechtigkeit und der Liebe für das Zusammensein heraus machen, komponieren, produzieren und performen sie ihre eigenen Werke: von feministischen Punk-Weihnachtsmusicals und trübsinnigen Opern zum Thema institutioneller Rassismus bis hin zu Clubabenden in Museen und politischen Slutpop-Konzerten. Immer virtuos, musikalisch, mit Humor und irgendwie unbequem. Club Gewalt ist süchtig nach Publikum und singt am Abend des Weltuntergangs aus voller Lunge eine andere Zeit herbei.
| Komposition, Text, Spiel | Gerty Van de Perre Loulou Hameleers Robbert Klein Sanna Elon Vrijm Suzanne Kipping |
| Künstlerische Leitung | Sanna Elon Vrij Musikalische Leitung: Robbert Klein Dramaturgie: Amir Vahidi, Mara Snip |
| Mit | Loulou Hameleers Suzanne Kipping Robbert Klein Gerty van de Perre und Sanna Vrij |