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Kulturvolk Magazin

Medusa. Nachdenken mit Christa Wolf

Neue Bühne Senftenberg
Theaterpassage 1
01968 Senftenberg
Paula Thielecke

Studiobühne

 

Uraufführung

 

In der Fabrik erfährt die Arbeiterin Medusa sexuelle Gewalt durch ihren Vorarbeiter Poseidon. Das Unheil eskaliert, als Athene, ihre Vorgesetzte, sie nicht schützt, sondern für das Erlebte noch bestraft. Medusa wird entstellt: Schlangenhaar, bleckende Zähne, herausgestreckte Zunge.

Entmenschlicht und zur Projektionsfläche der Angst gemacht, wird ihre Wut zu Kraft, die jeden zu Stein erstarren lässt, der ihr in die Augen blickt. Ihre Ermordung wird zum Triumph stilisiert und geht in die Kulturgeschichte ein. Die Schriftstellerin Christa Wolf griff mit „Kassandra“ und „Medea“ auf mythologische Frauenfiguren zurück, um durch ihre Augen auf ihre Gegenwart zu schauen. Das Buch über Medusa blieb

ungeschrieben. Regisseurin und Autorin Paula Thielecke denkt Christa Wolfs Ansatz im Sinne der Autorin weiter. Die Inszenierung verbindet die Geschichte der antiken Medusa mit Christa Wolfs Leben, ihrem

feministischen Denken und Schreiben sowie mit aktuellen Fragen zu

geschlechtsspezifischer Gewalt und Femiziden.

 

Frauen un­ter­schied­li­cher Ge­nera­tio­nen begegnen auf der Bühne der Autorin Christa Wolf. Die Ge­schich­te wird lebendig, während sie ge­schrie­ben wird. Die Le­bens­ge­schich­ten der Be­tei­lig­ten beginnen sich mit Wolfs Texten zu durch­drin­gen. Live-Musik vom Plat­ten­spie­ler und ein eigens kom­po­nier­ter Sound­track von Jon Darc erzeugen dabei eine dichte mu­si­ka­li­sche At­mo­sphä­re zwischen dunklem Ex­pe­ri­men­tal-Pop und elek­tro­ni­schen Klängen. Wie prägen Er­fah­run­gen und po­li­ti­sche Werte die in­di­vi­du­el­len Le­bens­we­ge? Und wie ver­än­der­bar ist die eigene Haltung zur Welt?

 

Die Pro­duk­ti­on wird filmisch begleitet von Re­gis­seu­rin und Grimme-Preis­trä­ge­rin Sabine Michel und Teil ihres künst­le­ri­schen Do­ku­men­tar­films über die „Jahr­hun­dert­frau“ (AT) Christa Wolf. Auf der Bühne begegnen sich Spie­le­rin­nen des Ensembles und Stu­den­tin­nen der Berliner Hoch­schu­le für Schau­spiel­kunst Ernst Busch.

Besetzung
RegiePaulaThielecke

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