Was für eine Oper: wuchtig-archaische Chortableaus, impressionistischer Klangzauber, rauschhafte Ekstase! Wer „Król Roger“ von Karol Szymanowski erlebt, wird kaum verstehen können, warum dieses Werk so selten auf den Spielplänen zu finden ist. Es gilt als eine der meistunterschätzten Opern überhaupt – und wirklich zeigt sich Szymanowski hier auf dem Gipfel seiner Kompositionskunst.
Auch die Story hat es in sich: Regisseur Evgeny Titov versteht sie als einen existenziellen Trip, in dessen Verlauf der Protagonist, König Roger II. von Sizilien, alle erstarrten Konventionen seines bisherigen Lebens hinter sich lässt, um sich zuletzt – angesichts der majestätisch aufgehenden Sonne – ganz bewusst für sein eigenes, sein wahres und lange verschüttetes Selbst zu entscheiden. Der Weg dahin ist jedoch weit und führt mit Hilfe eines rätselhaften Hirten, der die Botschaft von unbedingter Freiheit, Schönheit und Sinnlichkeit verbreitet, in eine Orgie dionysischen Ausmaßes hinein …
Vor hundert Jahren uraufgeführt, wurde diese wohl wichtigste polnische Oper der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts seltsamerweise noch nie an einem der großen Opernhäuser in Berlin szenisch erarbeitet. Wenn man von konzertanten Aufführungen und Gastspielproduktionen aus Warschau absieht, handelt es sich also bei Evgeny Titovs Inszenierung um eine veritable Berliner Erstaufführung. Höchste Zeit, ein nahezu unbekanntes und ganz gewiss unterschätztes Meisterwerk neu zu entdecken!
| Inszenierung | Evgeny Titov |
| Musikalische Leitung | James Gaffigan |
| Bühnenbild | Paul Zoller |
| Kostüme | Annemarie Woods |
| Choreografie | Klevis Elmazaj |
| Dramaturgie | Wolfgang Behrens |
| Chöre | David Cavelius |
| Kinderchorleitung | Dagmar Barbara Fiebach |
| Licht | Sebastian Alphons |
| Mit | Solisten Chorsolisten der Komischen Oper Berlin / Vocalconsort Berlin Kinderchor der Komischen Oper Berlin |