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Kulturvolk Magazin
Das Bildnis des Dorian Gray_Jörg Brüggemann © Jörg Brüggemann
25. Mai 2026

Das Bildnis des Dorian Gray

Berliner Ensemble Neues Haus
Bertolt-Brecht-Platz 1
10117 Berlin

Oscar Wilde in einer Bearbeitung von Heiki Riipinen

Aus dem Englischen von Johannes Nölting unter Verwendung der Übersetzung von Hedwig Lachmann und Gustav Landauer

 

Wer bin ich, wenn niemand hinsieht? Und wer darf ich sein, wenn alle mich sehen? Dorian Gray ist jung, schön und begehrt. Sein Äußeres

öffnet ihm Türen, verschafft ihm Anerkennung, schützt ihn. Was dieses Bild stört – Schuld, Begehren, Alter – verschwindet. Es landet in

einem Gemälde, das niemand sehen darf. Dort wird sichtbar, was Dorian nicht zeigen will. Außen bleibt er makellos, innen zerfällt er.

Oscar Wildes Roman zeigt eine Gesellschaft, die nur duldet, was schön aussieht. Abweichung ist nur erlaubt, solange sie sich dekorativ

tarnt, uneindeutig bleibt. Wer dazugehören will, lernt, sich anzupassen, wer anderes begehrt, sich zu verbergen.

 

Dorians Geschichte ist kein fernes, viktorianisches Märchen. Heute verschwinden Widersprüche in Zahlen, Profilen und Marktwert. Wir

glätten Biografien, filtern Emotionen, denn: Sichtbar sein heißt bewertet werden, unsichtbar sein heißt verschwinden. Wie lebt man mit

dem Abstand zwischen der eigenen Sehnsucht und dem eigenen Bild?

Der norwegisch-finnische Regisseur Heiki Riipinen, ehemaliger Teilnehmer des Internationalen Regienachwuchsprogramms WORX am

Berliner Ensemble, bringt „Das Bildnis des Dorian Gray“ als modernes Mythenspiel auf die Bühne. Zwischen Begehren und Kontrolle,

zwischen Selbstentwurf und Selbstverlust stellen er und sein Team sich die Frage: Was kostet es, man selbst zu sein?

 

Besetzung
Regie Heiki Riipinen
Bühne Ingrid Tønder
Kostüm Louise-Fee Nitschke
Musik Amund Ulvestad
Licht Hans Fründt
Robert Matysiak
Dramaturgie Johannes Nölting
Mit Max Gindorff
Gabriel Schneider
Amal Keller
Paul Zichner

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