Gaia und das Ewige (Beziehungsweise I)
Andrey Stolyarov - „in peace“
Christopher Tin - „The Lost Birds“
Bob Chilcott - „Five days that changed the world“
Bob Chilcott (* 1955) preist in seinem Werk „Five days that changed the world“ die kreative und weltverbessernde Kraft des Menschen, der durch Erfindungen wie den Buchdruck oder die Abschaffung der Sklaverei den Lauf der Menschheitsgeschichte positiv verändert – ein Werk voller Optimismus und Lebenskraft. Die Natur ist dabei nur die Kulisse, vor der der Mensch tätig wird.
Demgegenüber setzen sich Andrey Stolyarov (*1966) und Christopher Tin (*1976) in Vertonungen von Gedichten von Anne Brontë, Emily Dickinson und Sara Teasdale mit der Beziehung und vor allem der Entfremdung von Mensch und Natur auseinander. Ihre Werke entstanden – geographisch und zeitlich unabhängig voneinander – aus einer spirituellen Suche nach der einenden Kraft einer intakten Natur. Damit greifen sie poetische Topoi der Romantik auf, betrachten diese jedoch durch die Brüche der Erfahrung heutiger dramatischer Umweltzerstörung und Ausbeutung. Auch wenn in Christopher Tins „The Lost Birds“ der Verlust von Vogelarten als Teil der Schöpfung schon namensgebend ist, zeichnet er gleichzeitig eine natürliche Umgebung, die sich vom Menschen – fast schon verstörend – entkoppelt: „Not one would mind, neither bird nor tree If mankind perished utterly“.
| Dirigent | Stefan Schuck |
| Mit | Hugo-Distler-Chor Berlin Berliner Symphoniker |