Ein Monolog nach Yasmina Reza
Anne-Marie Mille, eine alternde Schauspielerin, lässt ihr Leben Revue passieren. Sie berichtet von einer tristen Jugend in der französischen Provinz, von kindlicher Bewunderung der Schauspieler und Schauspielerinnen ihrer Heimatstadt und dem Glück, selbst als Schauspielerin an ein Pariser Vorstadttheater engagiert zu werden: „Auf der Bühne war ich manchmal Anne-Marie die Schönheit“. Hier war sie glücklich, doch der große Erfolg blieb aus. Sie beneidet ihre verstorbene Freundin und Kollegin Gigi, die immer die größeren Rollen bekam, berühmte Liebhaber empfing, und die es sogar zum Film schaffte, während Anne-Maries Ehemann sie langweilte und der Sohn ihr auf die Nerven geht.
Doch Anne-Marie hat Gigi und die meisten ihrer Weggefährten überlebt, blickt reflektierend auf ihr Leben und ihre Begegnungen zurück und bewertet diese noch einmal neu.
Yasmina Reza zeichnet mit ihrem wehmütigen und skurrilen Monolog, ausdrücklich für einen Schauspieler geschrieben, das grazile Porträt einer alternden Frau. Ein Rückblick auf ein Leben zwischen Bühne und Wirklichkeit, Wunschdenken und Realität, Illusion und Depression.
| Mit | Helmut Mooshammer |