Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich von Barbi Marković (nicht Tschechow!)
Das Dreieck: stabil und zugleich unsicher – wie ein Holzschemel, der wackelt, aber nie fällt. Kein Wunder, dass Dreierkonstellationen faszinieren. So auch die Psychologin Evelyn, die in eine Wiener Altbauwohnung zieht und dort drei Schwestern begegnet, während sich draussen ein Zeitenumbruch zusammenbraut. Zwischen spooky Anflügen und manchmal nicht ganz so mildem Horror entfaltet sich eine Dark Comedy, deren Humor genau dort ansetzt, wo es weh tut.
In ihrem ersten Auftragswerk für das Schauspielhaus Zürich erforscht die zuletzt mit dem Preis der Leipziger Buchmesse und dem Carl-Amery Literaturpreis ausgezeichnete Autorin Barbi Marković die Beziehung dreier Schwestern, so eng verbunden, dass Nähe zur Waffe wird. Ohne Filter, ohne Distanz, ohne Selbstkontrolle spielen sie ein gnadenloses Strategiespiel familiärer Abhängigkeit.
Starke Frauenfiguren tragen hier Kämpfe, Ärgernisse und Freuden des Lebens aus – mit Witz, Schmerz und Tempo. Die Anspielung auf Tschechow ist purer Zufall und volle Absicht.
Markovićs Texte wie „Minihorror“, „Superheldinnen“ und „Die verschissene Zeit“ sind humorvoll, tiefsinnig und surreal.
| Regie | Christina Tscharyiski |
| Bühne | Michael Simon |
| Kostüme | Miriam Draxl |
| Musik | Cornelia Pazmandi |
| Video | Judith Selenko |
| Licht | Christoph Kunz |
| Dramaturgie | Rebecca Ajnwojner |
| Mit | Lena Urzendowsky Verena Jost Sabine Waibel Karin Pfammatter |