von Sam Max nach dem Roman „A Single Man“ von Christopher Isherwood
Deutsch von Maria Milisavljević
Uraufführung
Routine und Fassade: Christopher Isherwood schildert in seinem 1964 erschienenen Roman „A Single Man“ einen Tag im Leben des Hochschullehrers George. Die tiefe Einsamkeit des schwulen Mannes nach dem Tod seines Lebensgefährten nimmt der junge amerikanische Autor und Regisseur Sam Max zum Ausgangspunkt seiner Bearbeitung, die dem Original huldigt und über es hinausweist. Fragen nach dem Finden eines stabilen Selbst, nach gesellschaftlicher Akzeptanz und Zugehörigkeit in zunehmend komplexen sozialen Räumen bleiben unvermindert aktuell.
Sam Max schreibt über seine Lektüre von A Single Man: „Wir sehen im Roman die inneren Vorgänge eines Mannes, der verzweifelt nach Beziehungen zu anderen sucht, aber gleichzeitig mit Trauer und internalisierter schwuler Scham kämpft. Dies führt zu Selbstsabotage und hält ihn von genau jenen Verbindungen fern, die er sich so sehr wünscht. Die Begegnungen werden zu einer Art Spiegelkabinett, aus dem er nicht entkommen kann. Überall, wo er hingeht, sieht er seine verlorenen Träume und seine verlorene Liebe, und er kämpft darum, die Erzählung seines Lebens für sich selbst neu zu schreiben. Gleichzeitig sehen wir das Porträt einer Gesellschaft, die sowohl auf latente, mikroaggressive Weise homophob ist, als auch auf extreme, direkte Weise. Meine Adaption konzentriert sich nicht nur darauf, ein Charakterporträt von George durch seine Beziehungen zu zeichnen, sondern auch auf die Erzeugung dramatischer Spannung durch die Beschäftigung mit dem Tod und Todesfällen im homosexuellen Milieu Amerikas.”
| Regie | Sam Max |
| Bühne | Matthias Nebel |
| Kostüme | Katrin Wolfermann |
| Musik | Matthias Grübel |
| Licht | Thomas Langguth |
| Dramaturgie | Karla Mäder |