Libretto von Arrigo Boito
Kaum eine Figur der Weltliteratur verbindet so viele tragische Widersprüche: Otello ist Täter und Opfer, Jäger und Beute zugleich – blutrünstiger Mörder seiner geliebten Desdemona, aber auch der dämonischen Manipulationslust des heimlichen Widersachers Jago ausgeliefert. Verdis Opernversion verschärft den grausamen Ausgang zusätzlich, weil hier der intrigante Übeltäter entkommt. Für die Neuinszenierung von Otello kommt erstmals Kornél Mundruczó an die Deutsche Oper Berlin. Seine steile Karriere in der Filmbranche brachte ihm Auszeichnungen bei den Filmfestspielen in Cannes und Venedig und Erfolg auf Netflix.
Seit Aviel Cahn ihn 2013 mit „Herzog Blaubart“/ „Winterreise“ fürs Musiktheater entdeckte, wendet sich der international gefragte Regisseur immer stärker der Oper zu. Seine psychedelische Bildsprache und die exzeptionelle Einbindung von Film verleihen der Gattung neue Impulse und eignen sich ideal, um uns die wahnhafte Innenwelt der Figur des Otello nahezubringen: Mundruczó führt uns direkt in die seelischen Abgründe des Protagonisten. Als Verdi seine zweite Shakespeare-Vertonung begann, hatte er sich seit über zehn Jahren keiner großen Neukomposition mehr gewidmet. Aus der Zusammenarbeit mit Arrigo Boito resultierte ein Werk, das eine Sonderstellung in Verdis Œuvre einnimmt. Das Orchester gewinnt an Bedeutung für die Charakterzeichnung und atmosphärische Ausgestaltung und wird elementarer Antrieb der Handlung.
| Inszenierung | Kornél Mundruczó |
| Musikalische Leitung | Stefano Montanari |
| Bühnenbild | Monika Korpa |
| Kostüme | MAREUNROL’S . |
| Dramaturgie | Kata Wéber Konstantin Parnian |
| Licht | Felice Ross |
| Choreinstudierung | Marco Medved |