Theater ohne Sprache von Mario Banushi
ab 16 Jahren
Deutsche Erstaufführung
„MAMI“ erzählt von Müttern, von Nähe und Loslösung, von dem, was weitergegeben wird. In einem wortlosen, rituellen Bildtheater formt Mario Banushi persönliche Erinnerung zu einer intensiven Erfahrung zwischen Geburt, Begehren und Verlust.
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„MAMI“ kreist um ein Wort, das mehr meint als eine Person. Mutter – das ist bei Mario Banushi Ursprung und Abwesenheit zugleich, Fürsorge und Zumutung, Nähe und Verlust. Der Regisseur und Performer wurde in Griechenland geboren, verbrachte jedoch einen Teil seiner frühen Kindheit bei seiner Großmutter in Albanien – eine aus ökonomischen Gründen damals gängige Praxis, insbesondere in kinderreichen Familien –, bevor er im Alter von sechs Jahren wieder nach Griechenland zurückkehrte. In seiner neuen Arbeit verdichtet Banushi persönliche Erinnerungen zu einer poetischen Erkundung jener Beziehungen, die Leben hervorbringen und prägen.„ MAMI“ ist eine Hommage an die Frauen, die uns großgezogen haben – und an die Ambivalenzen, die mit diesem Erbe verbunden sind.
Ausgehend von eigenen Erfahrungen entwirft Banushi ein visuelles Gedächtnistheater: Die Bühne wird zum Raum der Erinnerung, vertraut und unheimlich zugleich. In stillen, hochkonzentrierten Bildern entfaltet sich eine Chronik des Aufwachsens – von frühen Kindheitsprägungen über erste Liebeserfahrungen bis zur Entdeckung des eigenen Begehrens. Zärtlichkeit und Verletzung, Geburt und Vergänglichkeit, Zuwendung und Loslösung stehen dabei in einem ständigen Spannungsverhältnis. Die Zeit scheint gedehnt, aufgehoben, als folge sie der inneren Logik von Erinnerungen statt einer linearen Erzählung.
Charakteristisch für Banushis Arbeit ist der Verzicht auf gesprochenes Wort. Körper, Gesten, Musik, Licht und Farbe tragen die Erzählung. Seine Inszenierungen entstehen aus einem intensiven visuellen Prozess und funktionieren wie immaterielle Bücher, die weniger gelesen als erfahren werden wollen. Seine Bühnenräume wirken wie entrückte Zwischenwelten, in denen Realität und Symbolik unmerklich ineinander übergehen. Rituale, Opfergaben und alltägliche Materialien verbinden sich zu einer Poetik des Realen, in der Körper in ihrer rohen, ungeschützten Präsenz zu Bildern von großer emotionaler Klarheit werden. Die stark vom Balkan geprägte Musik verstärkt den rituellen Charakter der Aufführung und verleiht ihr eine archaische und zugleich zeitgenössische Qualität.
In Zusammenarbeit mit OMAZ Civic Non-Profit Company
Eine Koproduktion von Berliner Festspiele, Odéon – Théâtre de l’Europe, FOG festival / Triennale Milano Teatro, & Espoo Theatre, Festival d’Avignon, Grec Festival Barcelona, Théâtre de Liège, Noorderzon Festival / Grand Theatre Groningen
| Konzept | Regie | Mario Banushi |
| Set- und Kostümdesign | Sotiris Melanos |
| Originalmusik und Sounddesign | Jeph Vanger |
| Lichtdesign, Mitarbeit Dramaturgie | Stephanos Droussiotis |
| Performance | Vasiliki Driva Dimitris Lagos Eftychia Stefanou Angeliki Stellatou Ennea Vangelis Panagiota Υiagli |