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Hamlet

Schaubühne Saal A

 © Arno Declair
bis 9. Jan 2018
Schaubühne Saal A
Kurfürstendamm 153
10623 Berlin

William Shakespeare

 

Shakespeare beschreibt den dänischen Königshof als korruptes politisches System, das für Hamlet zu einem paranoiden Irrgarten wird. Mord, Denunziation, Manipulation und Sexualität sind die Mittel, die im Kampf um den Machterhalt eingesetzt werden. Unfähig, die zynischen Spielregeln des Hofes zu übernehmen und ihn zu bekämpfen, stagniert Hamlet und wendet die Aggressionen gegen sich selbst. Seine Begabung, das Für und Wider zu erkennen, wird für ihn zum unüberwindlichen Hindernis bei der Durchsetzung seiner Ziele. Als einziger in einem skrupellosen System von Skrupeln geplagt zu sein, bedeutet letztlich sein Verhängnis.

 

Im Paradox des handlungsunfähigen Handlungsträgers bietet Shakespeares „Hamlet“ eine bis heute gültige Analyse des intellektuellen Dilemmas zwischen komplexem Denken und politischer Betätigung. Über zwanzig Figuren bietet Shakespeare auf, um aus dem Netzwerk der unterschiedlichen Interessen und Intrigen ein politisches Biotop entstehen zu lassen, an dem sein Protagonist scheitert. In Ostermeiers Inszenierung wird dieses umfangreiche Personal von nur sechs Schauspielern gespielt, die konstant die Rollen wechseln. Der fortschreitende Realitätsverlust Hamlets, seine Desorientierung, die Manipulation von Wirklichkeit und Identität finden so ihre Entsprechung in einer Spielweise, die die Strategie der Verstellung zum Grundprinzip erhebt.

 

 

Besetzung
Regie Thomas Ostermeier
Bühne Jan Pappelbaum
Kostüme Nina Wetzel
Musik Nils Ostendorf
Dramaturgie Marius von Mayenburg
Video Sebastien Dupouey
Licht Erich Schneider
Mit Robert Beyer
Urs Jucker
Lars Eidinger
Sebastian Schwarz
Judith Rosmair
Stefan Stern
Trailer
© Schaubühne Berlin

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