Das Echo gigantischer Schritte schallt über alle Grenzen hinweg. Ein Subjekt schreitet durch die Landschaft und wirft seine Schatten voraus. Ein Waldbrand wird gleich einer Zigarette beiläufig ausgetreten. Ein Zweifel bleibt zurück, wie ein Hitzeflimmern - unwirklich und schwer zu greifen. Er verschwindet, sobald man sich nähert. Doch über Zweifel ist das Subjekt ohnehin erhaben. Es geht weiter, ohne zurück zu schauen.
Die musikalische Lesung „Echoflimmern“ thematisiert den Mythos der menschlichen Überlegenheit gegenüber der Natur. Poetische und zugleich humorvolle Texte verbinden sich mit elektronischer Musik zu einem Gewebe, das sich wie eine Membran über den Publikumsraum legt. Diese fein abgestimmte Mischung aus Sprache und Klang setzt sich auf einer Videoebene fort. Sie führt durch Landschaften, die Menschen vermessen, gestalten und zu beherrschen glauben. Darin tauchen vereinzelte Figuren auf. Sie berichten von unvorhergesehenen Naturereignissen, die den Glauben an die eigene Unverletzlichkeit radikal erschüttern.
| Dramaturgie | Anina Woischnig |
| Mit | Jenny Szabo (Video und Schauspiel) Till Ernecke (Text und Schauspiel) Thelonious Hamel (Musik) |