Text nach Christoph Friedrich Bretzner von Gottlieb Stephanie d. J.
Mozarts Singspiel mag auf den ersten Blick märchenhaft und fast ein bisschen naiv erscheinen. Und auch die Handlung um Konstanze, die von Seeräubern geraubt wurde und nun im Harem von Bassa Selim festsitzt, scheint diesen Eindruck zu bestätigen. Doch Mozarts Musik sprengt den Rahmen des Singspiels. Sie macht aus den Figuren, die der im 18. Jahrhundert so beliebten, aber meist recht holzschnitthaften „Türkenoper“ verhaftet scheinen, zutiefst menschliche Charaktere, die Extremsituationen ausgesetzt werden und dabei widersprüchliche Emotionen durchleben. Denn mehr als um die äußere Handlung ging es Mozart um die inneren Konflikte seiner Figuren, die seine Musik tiefenpsychologisch auslotet.
Der argentinisch-spanische Autor und Regisseur Rodrigo García hat die Handlung ins Heute verlegt und die Dialoge neu geschrieben. Mit der französisch-britischen Dirigentin Stephanie Childress stellt sich eine der interessantesten jungen Musikerinnen unserer Tage an der Deutschen Oper Berlin vor.
| Inszenierung | Rodrigo García 2016 |
| Musikalische Leitung | Stephanie Childress |
| Dramaturgie | Jörg Königsdorf Anne Oppermann |
| Bühnenbild und Video | Ramon Diago |
| Kostüme | Hussein Chalayan |
| Licht | Carlos Marquerie |
| Choreinstudierung | Marco Medved |