von Christopher Rüping mit Texten von Stig Dagerman, Caspar David Friedrich und Blümchen REGIE Christopher Rüping
Uraufführung
Koproduktion mit der Ruhrtriennale
Im Herbst 1946 reist ein junger schwedischer Autor durch Deutschland. In seiner Heimat ist Stig Dagerman ein Shootingstar; für die Tageszeitung „Expressen“ besucht er Berlin, Hamburg, das Ruhrgebiet, Städte und Regionen, die in Elend, Hunger und Ruinen liegen. Den literarischen Reisebericht, in den er seine politischen Analysen kleidet, nennt Dagerman „Deutscher Herbst“.
Es regnet unaufhörlich und der junge Schwede, der wenige Jahre später an seiner eigenen Dunkelheit zugrunde geht, bewegt sich entlang der Frage: Ist dieses ihm fremde Land, das so zerbrechlich zwischen Ende und Anfang taumelt, zur Freiheit bereit? 80 Jahre sind ein Menschenleben. Der biologische Kipppunkt in der menschlichen Erinnerungsarchitektur. Denn mit dem Erlöschen jedes Menschen erlischt ein erinnerndes Organ. Aus Gedächtnis wird dann Codierung, aus Stabilität wird die taumelnde Suche nach dem, was einmal war, und dem, was in uns ist.
Für die Theaterproduktion „Deutscher Herbst“ begibt sich der gefeierte Regisseur Christopher Rüping gemeinsam mit seinem Team und Ensemble auf diese Suche. Wie Dagerman legt er das Ohr an die deutsche Geschichte. Wie viel Freiheit ist in uns, wie viele Herbste? Wie viel Anfang und wie viel Ende?
| Regie | Christopher Rüping |
| Bühne | Jonathan Mertz |
| Kostüme | Lene Schwind |
| Musik | Christoph Hart |
| Video | Emma Lou Herrmann |
| Licht | Robert Grauel |
| Dramaturgie | Bernd Isele |
| Mit | Svenja Liesau Benajamin Lillie Wiebke Mollenhauer Steven Adjei Sowah Komi Mizrajim Togbonou Almut Zilcher |
| Live-Musik | Christoph Hart Rike Huy Shih-Che Lee |