Christian Morgenstern neu vertont
20 Jahre Club der toten Dichter. Ein Jubiläum, das es zu feiern gilt – mit einem besonderen Dichter und einem besonderen Gastsänger! „O schauerliche Lebenswirrn, wir hängen hier am roten Zwirn!“ – so beginnt das Bundeslied der Galgenbrüder von Christian Morgenstern (1871-1914).
Und ist es nicht manchmal hilfreich, die Dinge mit etwas Galgenhumor zu sehen? Morgenstern selbst schrieb, dass die »Galgenpoesie« ein Stück Weltanschauung sei und man die Welt vom Galgen her anders betrachtet. So wollte er mit den Galgenliedern „ein bisschen geistige Leichtigkeit, Heiterkeit, Freiheit verbreiten, die Phantasie beleben, nur ein bisschen von der im Posthorn gefrorenen Musik der Seele wieder auftauen“. Marcel Reich-Ranicki empfiehlt 50 Jahre später in seinem Kanon der deutschsprachigen Lyrik alle Galgenlieder.
Als Sänger für das Jubiläumsprojekt konnte der Schauspieler Hans-Werner Meyer gewonnen werden. Schon sein Vater hätte Morgenstern am heimischen Küchentisch rezitiert.“ Gedichte wie „Der Lattenzaun“, „Sophie, die Henkersmaid“ und „Das Mondschaf“, sind legendär, „Der Werwolf“ sogar Schulstoff. „Man lacht sich krumm“, meinte bereits Tucholsky, ‚bewundert hinterher, ernster geworden, eine tiefe Lyrik, die nur im letzten Augenblick ins Spaßhafte abgedreht ist – und merkt zum Schluss, dass man einen philosophischen Satz gelernt hat."
| Mit | Hans-Werner Meyer Markus Runzheimer Reinhardt Repke |