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Zoroastre

Komische Oper Berlin

Foto  © Musik Theater
bis 14. Jul 2017
Komische Oper Berlin
Behrenstr. 55-57
10117 Berlin

Jean-Philippe Rameau / Louis Cahusac

 

In französischer Sprache

 

Jean-Philippe Rameau, Enfant terrible und Neuerer der französischen Barockmusik, schuf mit seiner Tragédie lyrique „Zoroastre“ eine harmonisch unerhört frische und farbenreiche Rarität, die – anknüpfend an Barrie Koskys preisgekrönte Inszenierung von „Castor et Pollux“ – in dieser Spielzeit erstmals in Berlin zu erleben ist. Am Pult sorgt erneut der britische Rameau-Spezialist Christian Curnyn für das authentische Klangbild. Der erfolgreiche, junge Regisseur Tobias Kratzer, der 2019 den Tannhäuser in Bayreuth inszenieren wird, stellt sich erstmals dem Berliner Publikum vor.

 

Der König ist tot, die Ordnung dahin. Im Reiche Baktrien – im heutigen Norden Afghanistans – hat Abramane die Macht an sich gerissen. Er begehrt die rechtmäßige Thronfolgerin Amélite. Diese liebt jedoch Zoroastre, genau wie ihre Rivalin Erinice, die ihrerseits Anspruch auf die Königswürde erhebt. So verbünden sich die Frevler Abramane und Erinice gegen die Gerechten Zoroastre und Amélite in einem Kampf aller Mächte des Himmels und der Erde gegen die der Hölle.

Ob als Vorreiter der Aufklärung oder magischer Schamane – Zoroastre, hierzulande besser bekannt unter dem Namen Zarathustra, umweht seit jeher der Hauch des Rätselhaften. Schon lange vor Friedrich Nietzsche faszinierte der altiranische Religionsstifter die Dichter und Denker der französischen Aufklärung. Das ewige Ringen des Guten mit dem Bösen steht im Zentrum des Librettos von Louis Cahusac, einem bekennenden Freimaurer. Nicht von ungefähr ist im Priester Zoroastre das Vorbild für Mozarts ebenso gütigen wie gewalttätigen Sarastro aus Die Zauberflöte zu erkennen. In den mythischen Inhalten der Oper spiegelt sich das ungebrochen aktuelle Ideal des aufgeklärten Menschen, der sich als vernunftbegabtes Wesen immer wieder aufs Neue frei für das Gute entscheiden kann und auch muss.

Besetzung
Inszenierung Tobias Kratzer
Musikalische Leitung Christian Curnyn
Bühnenbild und Kostüme Rainer Sellmaier
Chöre David Cavelius
Licht Diego Leetz
Solisten und Chorsolisten der Komischen Oper Berlin

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