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Women in Trouble

Volksbühne

 © Julian Röder
bis 5. Apr 2018
Volksbühne
Rosa-Luxemburg-Platz
10178 Berlin

Susanne Kennedy

 

Uraufführung

Koproduktion mit dem Theater Rotterdam

Englisch mit deutschen Übertiteln

 

Die Bühne dreht sich. Angelina Dreem Eins trägt eine Latex-Maske mit langen schwarzen Haaren. Sie sitzt auf einem Sofa in hoch-glänzender Reality-TV-Ästhetik und rekelt sich in Pose. Das Bühnendisplay dreht sich weiter. Set zwei zeigt Fitnessgeräte und Wellnessbereich, Angelina Dreem Zwei fährt in einen Tomografiescanner.

 

Angelina Dreems Leben ist eine Soap. Aber ihr Leben ist auch real. Angelina Dreem ist krank. Sie hat Krebs. Im Laufe des Stückes existieren immer neue Doppelgänger von ihr, die von einer Rabbit-Hole-Realität in die andere fallen. Älter werden, Frau sein, sie/man selbst bleiben, sich selbst dann doch wieder austreiben. Die Frage in Women in Trouble ist, ob es etwas zu lernen gibt. Kann das nächste Leben ein besseres Leben werden?

 

„Was mich überhaupt nicht interessiert, ist Ironie.“ Susanne Kennedy, 1977 geboren, traut dem Theater nicht recht. Oder anders: Sie will zurück zum Kern des Theaters. Deshalb setzt sie ihren Schauspielern Masken auf und spielt Text als Voice-Over vom Band. Gegen die Präsenz, die die Bühne so schwer wiegen lässt, und die im richtigen Moment doch den Beweis liefert, dass uns das Ritual des Theaters auch nach 2500 Jahren noch immer alles sagen kann. Kennedy ist dem Tod auf der Spur. Ihre Operninszenierung Orfeo (2015) hat den Untertitel „Eine Sterbeübung“ und auch ihre aktuelle Regiearbeit Die Selbstmord-Schwestern (2017), nach Jeffrey

Eugenides´ Roman The Virgin Suicides, blickt aus der Perspektive des Todes auf das Leben.

 

Warum muss Medea ihre Kinder immer wieder ermorden, warum muss Hamlet immer wieder sterben? „Wir haben das Bedürfnis, an einem Ort zusammenzukommen, um mitzuerleben, wie Menschen lieben, leiden, morden, sterben. Schauspieler sind wie Stalker, sie nehmen uns mit in einen Raum der Wünsche. Sie sind ortskundig, wo wir uns fremd fühlen“, glaubt Kennedy. Mit der Marieluise-Fleißer-Bearbeitung Fegefeuer in Ingolstadt (2013) und der Fassbinder-Adaption Warum läuft Herr R. Amok? (2014) wurde sie an den Münchner Kammerspielen zu einer der gefragtesten Theatermacherinnen der Republik. In Women in Trouble karussellen die Double durch keimfreie Kulissen: Ist es ein hyperrealistisches Scientology-Center, eine virtuelle Krebsklinik – oder schon das Nachleben?

 

 

 

Besetzung
Regie Susanne Kennedy
Bühne Lena Newton
Kostüme Lotte Goos
Licht Rainer Casper
Video Rodrik Biersteker
Sound Design Richard Janssen
Mit Suzan Boogaerdt
Marie Groothof
Niels Kuiters
Julie Solberg
Anna Maria Sturm
Bianca van der Schoot
Thomas Wodianka

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