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Rameaus Neffe

Renaissance-Th., Bruckner-Foyer

 © Marko Förster
bis 30. Mai 2018
Renaissance-Th., Bruckner-Foyer
Hardenbergstr. 6
10623 Berlin

Denis Diderot // Johann Wolfgang Goethe

 

Den Dialog „Rameaus Neffe“, eines der großen Stücke der Weltliteratur, verdanken wir zwei der bedeutendsten Denker des 18. Jahrhunderts: Diderot als Autor und Goethe als Übersetzer. Die Probleme, die der Dialog behandelt, haben bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren. Eines davon: die unsichere finanzielle Lage der Künstler.

Genügend Theorien sprechen offen aus, daß Wohlstand dem Genie schade; seine Zeit kommt erst nach seinem Tod, das Elend wird zum Prüfstein des Genies. Für die Bürger ist der Künstler nur ein Schmarotzer, seine Tätigkeit höchstens als Hobby geduldet. Ein anderes Syndrom resultiert unmittelbar aus der Vermarktung von Kunst: Unter dem Druck des Marktes sieht sich der Künstler gezwungen, ohne Unterlass Neues zu schaffen - andererseits ist alles schon einmal da gewesen!

Alle wesentlichen Probleme des modernen Kunstbetriebs hatte Diderot bereits um 1770 vorhergesehen. Goethe konnte sie so kongenial begreifen und übersetzen, da sie Anfang des 19. Jahrhunderts bereits unübersehbar manifest geworden waren.

 

„Rameaus Neffe“ ist einer der wildesten und subversivsten Texte der europäischen Aufklärung. Wer immer heute nach den sogenannten westlichen Werten Ausschau hält, kann an Diderots philosophischem Dialog erkennen, dass gerade der Zweifel an festen Werten und die schonungslose Kritik an der eigenen Gesellschaft zum Kostbarsten der europäischen Kultur gehören. Da Diderots skandalöses Werk zuerst nur als Abschrift aus der Petersburger Eremitage kursierte und dabei in die Hände Johann Wolfgang Goethes gelangte, wurde es selbst im Heimatland Diderots, Frankreich, zuerst durch Goethes Übersetzung bekannt.

 

Rolf Hoppe, der international renommierte Schauspieler, gründete 1995 den Kultur- und Kunstverein Schönfelder Hochland nahe Dresden. Kernpunkt des Kunst- und Kulturprojektes ist ein Kammertheater in einer alten Scheune mit ca. 150 Plätzen. Im Sommer 2002 begann „Hoppes Hoftheater“ seinen regelmäßigen Spielbetrieb und ist nun erstmalig im Renaissance-Theater Berlin zu Gast.

 

Besetzung
Regie Helfried Schöbel
Mit Mathias Mertens
Daniel Minetti

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