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Othello

Maxim Gorki Theater

Foto  © Esra Rotthoff
bis 30. Jun 2017
Maxim Gorki Theater
Am Festungsgraben 2
10117 Berlin

Soeren Voima nach William Shakespeare

 

Othello hat es geschafft, er ist ganz oben angekommen in der militärisch-politischen Hierarchie der Imperialmacht Venedig. Er ist gesellschaftlich geachtet und hat mit Desdemona eine einflussreiche Frau. Doch nicht alle sind von seiner Vision einer pluralen Gesellschaft in Venedig begeistert. Der durch Nichtbeförderung gekränkte Jago spinnt ein Netz von Fallstricken, das Othello in den Wahnsinn der Eifersucht und schließlich zum Mord an seiner Frau führt.

 

Mit „Othello“ zeichnet Shakespeare Aufstieg und Fall eines Politikers nach - ein typisch elisabethanisches Spiel um Intrige und Mord, Schein und Wahrheit. Doch Othello ist ein politischer Brennstoff in doppelter Hinsicht. Denn in die Rachefantasien Jagos mischen sich rassistische Bilder und Zuschreibungen, die Othello zu dem Wilden machen sollen, den Jago konstruiert. Der vollkommen bewusst eingesetzte Rassismus dieser Tragödie wirbt um die Gunst des Publikums: das Zerrbild eines gruseligen Phantasmas hinter der Fassade einer zivilisierten Figur war Stoff für die Alpträume des frühkolonialen England. Jago wird so zum heimlichen Helden und zum Regisseur eines Lehrstücks rassistischer Ideologien. Soeren Voima und Christian Weise widmen sich anhand von „Othello“ dem persönlichen Rassismus, der strukturellen Ausgrenzung und den ökonomischen Hintergründen im System.

 

 

Besetzung
Regie Christian Weise
Bühne Julia Oschatz
Kostüm Andy Besuch
Sounddesign. Falk Effenberger, Jens Dohle
Dramaturgie Aljoscha Begrich
Mit Oscar Olivo
Taner Sahintürk
Falilou Seck
Aram Tafreshian
Thomas Wodianka
Till Wonka
Falk Effenberger
Jens Dohle

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