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Mitleid

Schaubühne Saal C

 © Daniel Seiffert
bis 14. Sep 2017
Schaubühne Saal C
Kurfürstendamm 153
10623 Berlin

Milo Rau

 

Die Geschichte des Maschinengewehrs

 

 

In den vergangenen Monaten übermannte das Schicksal der Flüchtlinge ganz Europa, und es gab wohl keinen Intellektuellen oder Politiker, der sich nicht mit dem Elend der Menschen aus dem Nahen Osten und Afrika solidarisierte. Seien es die Bilder der Ertrunkenen am Mittelmeerstrand, die Bürgerkriegs- und Krankheitsopfer in Zentralafrika oder die Verwüstungen, die Tsunamis und Erdbeben anrichten: Die Krisen und Unglücksfälle unserer Zeit sind allgegenwärtig in unserer Facebook-Timeline, im Fernsehen und in den Zeitungen. Und sie alle appellieren an das wohl zentralste und komplexeste Gefühl des Menschen: das Mitleid.

 

Der Autor und Regisseur Milo Rau unternahm zuletzt mit seinen international gefeierten Produktionen eine „politische Psychoanalyse“ Europas und inszenierte mit „Das Kongo Tribunal“ einen Volksprozess im ostkongolesischen Bürgerkriegsgebiet gegen internationale Minenfirmen. In „Mitleid“ geht Rau nun gemeinsam mit der Schaubühnen-Schauspielerin Ursina Lardi auf eine Reise durch die politische Gefühlsgeschichte der Jetztzeit. Der halbdokumentarische, aus Interviews mit NGO-Mitarbeitern, Geistlichen und Emotionsforschern in Afrika und Europa gespeiste Monolog betritt dabei bewusst widersprüchliches Gelände: Wie ertragen wir das Elend der Anderen, warum schauen wir es uns an? Wie wurde aus dem Mit-Leiden - von der christlichen Kunst über den Parzifalmythos bis Rousseau das reinste aller Gefühle - eine globale Industrie? Wann ist Gefühl Politik, wann Geschäft? Wie spielen wir und wo endet es: unser aller Mitleid?

 

Im Rahmen des europäischen Theaternetzwerks Prospero (Schaubühne Berlin, Théâtre National de Bretagne/Rennes, Théâtre de Liège, Emilia Romagna Teatro Fondazione, Göteborgs Stadstheater, World Theatre Festival Zagreb, Athens & Epidaurus Festival)

 

 

 

Besetzung
Regie Milo Rau
Bühne und Kostüme Anton Lukas
Video Marc Stephan
Dramaturgie Florian Borchmeyer
Mitarbeit Recherche/Dramaturgie Mirjam Knapp
Stefan Bläske
Licht Erich Schneider
Mit Ursina Lardi

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