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Marat | Sade

Deutsches Theater

 © Arno Declair
bis 30. Dez 2017
Deutsches Theater
Schumannstraße 13 a
10117 Berlin

Peter Weiss

 

„In einer Gesellschaft von Verbrechern grub ich das Verbrechen aus mir selbst hervor, um es zu erforschen…“

 

An der Konfrontation von Marquis de Sade und dem Wortführer der französischen Revolution Jean Paul Marat interessiere ihn der Konflikt zwischen dem äußersten Individualismus und der Idee einer politisch-sozialen Umwälzung, so Peter Weiss über sein 1965 uraufgeführtes Stück. Zu welchen Extremen der Individualismus sich entwickelt, hatte er damals kaum ahnen können und gleichzeitig nicht, wie radikal sich damit die Frage der gesellschaftlichen, politischen und religiösen Zugehörigkeit stellt. Doch nicht nur das Spannungsfeld zwischen Individualismus und politischer Bewegung beschäftigt Peter Weiss in Marat/Sade. Zentral ist auch das Verhältnis zur Gewalt. Bezeichnenderweise tut sich sein Marquis de Sade, Namenspatron des „Sadismus“, mit der realen Anwendung von Gewalt schwerer als der Ideologe Jean Paul Marat. Das Spektrum der Gewaltformen umfasst dabei nicht nur Staatsterrorismus, Säuberungen, Kriege und die pervertierten Gewaltanwendungen der Folter, sondern auch die Gewalt der Straße. Was zu der vielleicht aktuellsten Frage führt, die Peter Weiss, der am 8.11.2016 hundert Jahre alt geworden wäre, mit seinem Stück stellt: Wer ist das Volk? Welches Maß an Mündigkeit ist ihm zuzutrauen, welche Gefahren der Manipulation und des Rückfalls in Barbarei bestehen? Und in welchem Dilemma zwischen Fortschritt und Rückschritt steht damit die Demokratie?

Besetzung
Regie Stefan Pucher
Bühne Barbara Ehnes
Kostüme Annabelle Witt
Musik Christopher Uhe
Video Meika Dresenkamp
Künstlerische Leitung des Chors Christine Groß
Coaching Puppen Jochen Menzel
Dramaturgie John von Düffel
Licht Matthias Vogel
Maske Andreas Müller
Mit
Felix Goeser, Daniel Hoevels, Michael Goldberg, Katrin Wichmann, Bernd Moss, Benjamin Lillie, Anita Vulesica
Musiker Chikara Aoshima
Michael Mühlhaus
Chor Johanna Meinhard
Tabitha Frehner
Victor Tahal
Viktor Nilsson
Johannes Nussbaum
Thomas Prenn
Mascha Schneider
Sonja Viegener
Daniel Séjourné
Juno Zobel
Trailer
© Deutsches Theater Berlin

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