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Es sagt mir nichts, das

Maxim Gorki Theater

 © Esra Rotthoff
bis 7. Sep 2017
Maxim Gorki Theater
Am Festungsgraben 2
10117 Berlin

Sibylle Berg

 

sogenannte Draußen

 

 

 

 

 

„Die Frage ist doch: Wie werde ich überflüssige Pfunde am schnellsten los? Einfach durch Kotzen oder mit Hormonpillen? Welches Beauty-Produkt würde ich mit auf eine einsame Insel nehmen? Würde ich mich für ein Gloss mit sinnlichem Glow entscheiden? Macht mich dieses Motto-Shirt begehrenswert? Wollen mich alle ficken, wenn ich diese Skinny-Jeans trage? Machen Sie mich zu einem Objekt der Begierde, oder bin ich nicht per Geburt Subjekt?“

 

Abends, eine junge Frau allein in ihrer Wohnung. Sie filmt ihr Zuhause und sich selbst. Das Projekt der Dokumentation ihres Lebens wird immer wieder unterbrochen: Freundinnen kontaktieren sie per Skype und per Chat, Kurznachrichten treffen ein und werden beantwortet, die Mutter ruft an. Einige Stockwerke tiefer im Keller: ein gefesselter und geknebelter Mann. Für ihn ist die Dokumentation bestimmt, die er live mitzuverfolgen hat.

 

Sibylle Berg hat mit „Es sagt mir nichts, das sogenannte Draußen“ eine Textfläche für die Choreographin Tabea Martin, den Regisseur Sebastian Nübling und vier Schauspielerinnen des Maxim Gorki Theaters geschrieben. Von den Medien und der Werbeindustrie produzierte Frauenbilder, der Imperativ eines erfolgreichen Lebensentwurfs und eigene Ängste und Sehnsüchte schlagen sich in den Leben der jungen Frau und ihrer Freundinnen Minna, Gemma und Lina nieder: Nächtliche Prügeltouren durch die Stadt, Körperkult und Fitnesswahn, Shoppingexzesse zwischen den Vorlesungen des BWL-Studiums und das Management des gemeinsamen Unternehmens, das selbstsynthetisierte Drogen über das Internet vertreibt. Daneben stehen Fragen danach, wie die Frauen leben wollen und wo sie die Ursachen für die eigenen Unzulänglichkeiten suchen. Alles protokolliert in der nächtlichen Dokumentation der jungen Frau, um von ihr kommentiert, analysiert und an ihre Geisel im Keller geschickt zu werden. Es entsteht die wütende, beißendkomische Bestandsaufnahme einer jungen Frau, die sich selbst und andere Frauen in ihren Reaktionen auf die Welt befragt.

 

 

Besetzung
Regie Sebastian Nübling
Raum Magda Willi / Moira Gilliéron
Choreographie Tabea Martin
Dramaturgie Katja Hagedorn
Mit Nora Abdel-Maksoud
Suna Gürler
Rahel Jankowski
Cynthia Micas

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