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Die Netzwelt

Reithalle Potsdam

 © Montage Anneke Goertz
bis 20. Jan 2018
Reithalle Potsdam
Schiffbauergasse
14467 Potsdam

Jennifer Haley

 

Deutsch von Michael Duszat

 

Das „Refugium“ ist ein künstlicher Kosmos, ein Wunderland im virtuellen Raum. In höchster Intensität sinnlich erfahrbar, verführerisch schön. Möglich wurde es durch eine Weiterentwicklung des Internets in naher Zukunft. Wer hier eintritt, streift die Fesseln der Realität ab. Die Welt wird Gefühl. Alles ist erlaubt. Ein Verschlüsselungscode sorgt dafür, dass Körper und Personen aus der Wirklichkeit keine Rolle mehr spielen. Das Ich ist ein anderer. Völlig losgelöst von moralischen und physischen Schranken, folgen die Besucher ihrem Begehren. Doch dieses Begehren hat eine finstere Seite: Virtuelle Kinder dienen als Objekte für extreme Sex- und Gewaltphantasien. Eine junge Agentin wird auf den Geschäftsmann Mr. Sims angesetzt, der das dunkle Paradies erfunden hat. Als sie ihn zu stellen vermag, verteidigt er sein Projekt: Indem die abgründigen Neigungen der Menschen im Refugium ausgelebt werden könnten, bleibe die reale Welt davon verschont. Außerdem geschehe ja alles im Einverständnis der Beteiligten, ohne Konsequenzen für die Wirklichkeit. Doch der Traum von der totalen Freiheit verwandelt sich in einen Alptraum.

Das Stück ist eine Reise zu den Wurzeln unseres Bewusstseins und zugleich ein philosophischer Krimi. Es begibt sich in eine Tabuzone und verhandelt so Fragen, die im gegenwärtig anbrechenden virtuellen Zeitalter an Dringlichkeit gewinnen: Was ist Realität? Kann es ein Ich ohne Körper geben? Was wird aus den Beziehungen in der Wirklichkeit, wenn man sich zunehmend in der Netzwelt aufhält? Wie umgehen mit unseren düsteren Obsessionen? Können Phantasien strafbar sein?

Besetzung
Regie Alexander Nerlich
Bühne Wolfgang Menardi
Kostüme Anneke Goertz
Musik. Malte Preuß
Dramaturgie Christopher Hanf

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