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Die Brüder Karamasow

Volksbühne

Foto  © Schauspiel
bis 25. Jun 2017
Volksbühne
Rosa-Luxemburg-Platz
10178 Berlin

nach Fjodor M. Dostojewskij

 

Achtung, freie Platzwahl auf Sitzsäcken (bis zu sechs Personen haben dort Platz)

 

„Wir sind zwei Europa“, schreibt 1989 Heiner Müller. „Das eine von Rom, das andre von Byzanz geprägt.“ Berlin markierte einst den geografischen Grenzriss zwischen diesen beiden kulturellen Sphären; der hat sich inzwischen über den Dnjepr verschoben, dort herrscht jetzt Krieg.

 

„Die Brüder Karamasow“, Fjodor Dostojewskijs als Kriminalgeschichte angelegter letzter großer Roman, blättert polyphon die bis heute in frappierender Weise gültigen weltanschaulichen und philosophischen Stimmen der Systeme in West (Liberalismus) und Ost (Orthodoxie) auf. Es sind die letzten Fragen des Seins, vom Gottmenschen und von der idealen Gesellschaft, denen Dostojewskij anhand des Mordes an der Vaterfigur Fjodor Karamasow und der anschließenden Verdächtigungen der Söhne Dmitri, Iwan und Aljoscha folgt. Motor, um sich immer mehr in einem Labyrinth aus Gefühl und Gesetz zu verstricken, ist nichts Geringeres als die Liebe - hier zur Femme fatale Gruschenka. Dostojewskij ist ein Vertreter der Moderne und weiß, die Liebe braucht das Geld - konkret 3000 Rubel - wie das Feuer die Luft.

 

Frank Castorf fügt seiner Auseinandersetzung mit dem Kosmos Dostojewskij - nach „Dämonen“, „Erniedrigte und Beleidigte“, „Der Idiot“, „Schuld und Sühne“, „Der Spieler“, „Die Wirtin“ - mit „Die Brüder Karamasow“ nun die Interpretation des letzten und gewaltigsten Romans dieses großen russischen Dichters hinzu.

Besetzung
Regie Frank Castorf
Bühne | Kostüme Bert Neumann
Licht Lothar Baumgarte
Kamera Andreas Deinert
Mathias Klütz
Adrien Lamande
Videoschnitt Jens Crull
Musik Wolfgang Urzendowsky
Dramaturgie Sebastian Kaiser
Mit Kathrin Angerer
Hendrik Arnst
Jeanne Balibar
Margarita Breitkreiz
Frank Büttner
Patrick Güldenberg
Marc Hosemann
Sophie Rois
Alexander Scheer
Lilith Stangenberg und Daniel Zillmann

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