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Der Mensch erscheint im Holozän

Deutsches Theater

 © Arno Declair
bis 15. Mai 2018
Deutsches Theater
Schumannstraße 13 a
10117 Berlin

nach der gleichnamigen Erzählung von Max Frisch

 

Koproduktion mit dem Theater Basel

 

„Ein Weg ist ein Weg auch im Nebel.“

 

Ist da ein Riss in der Wand? Herr Geiser beobachtet sein Haus am Hang mit Schärfe. Der große Riss durchs Gelände, den er von seinem Fenster aus sehen kann, ist uralt – er ist unbedenklich. Und doch… Es regnet seit Wochen. Was, wenn der Berg ins Rutschen kommt und das Haus, das Dorf, das ganze Tal verschüttet für alle Zeit? Die ersten Anzeichen dafür sind da. Herr Geiser spürt das. Und gegen die sich ausbreitende Unruhe in dem Gefühl auf unsicherem Boden zu wohnen, beginnt er zu sammeln: Wissen, das nicht verloren gehen darf. Er heftet das Wissen an die Wände: Daten, Fakten, Erkenntnisse, Listen, Notizen. Schließlich flieht er, der ehemalige Bürger von Basel, der hier in aller Abgeschiedenheit seinen Ruhestand verlebt, über den Fels ins andere Tal. Es ist ein Ausbruch um zurückzukehren und das eigene Verschwinden zu akzeptieren. Denn Herr Geisers Gedächtnis weist Lücken auf, und das Augenlid ist gelähmt, und der Mundwinkel auch – Herr Geiser weiß das.

 

Für seine Erzählung Der Mensch erscheint im Holozän (1979) ließ sich Max Frisch vom Schweizer Text- und Objektkünstler Armand Schulthess inspirieren, der als Einsiedler im Tessin einen enzyklopädischen Garten anlegte und zeitlebens versuchte, das humane Universum zu rekonstruieren. In seiner ersten Arbeit für das Deutsche Theater nähert sich der Schweizer Regisseur Thom Luz mit seinem Ensemble auf assoziativ-musikalische Weise diesem Text, der in ungewissen Zeiten wieder an Bedeutung gewinnt. Ein Versuch von Ordnung der Wirklichkeit im natürlichen Chaos, ein theatraler Vorgang über den unvermeidlichen Verfall des menschlichen Körpers und gegen das unaufhaltsame Abhandenkommen der Welt.

Besetzung
Regie Thomas Luz
Musikalische Leitung Mathias Weibel
Bühne Wolfgang Menardi
Thom Luz
Kostüme Sophie Leypold
Dramaturgie David Heiligers
Mit Judith Hofmann
Franziska Machens
Ulrich Matthes
Leonhard Dering
Wolfgang Menardi
Daniele Pintaudi

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