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Caligula

Berliner Ensemble

bis 29. Okt 2017
Berliner Ensemble
Bertolt-Brecht-Platz 1
10117 Berlin

Albert Camus

 

„Regieren heißt stehlen, das weiß jedes Kind“, so erklärt Caligula, Staatsoberhaupt, sich und anderen die Politik, und deshalb sei es „nicht unmoralischer, die Bürger direkt zu bestehlen, als indirekte Steuern in den Preis von Lebensmitteln zu schmuggeln.“ Als logische Schlussfolgerung verlangt er von den Vermögenden, ihre Kinder zu enterben und den Staat als Alleinerben einzusetzen. Je nach Bedarf werden diese Personen willkürlich getötet. Schließlich habe er mittlerweile gelernt, dass jeder Wert, auch das Leben selbst, relativierbar und demnach nichts wirklich von Bedeutung sei – außer die Staatsfinanzen. Dieser Erlass ist nur der Anfang einer verheerenden Strategie eines freigesetzten Machtmenschen, der beschlossen hat, der Welt ihre absurde Verfasstheit vor Augen zu führen, indem er sie durch konsequentes Denken und Handeln auf ihre mörderische Spitze treibt.

 

Albert Camus zeichnet in seinem 1938 begonnenen und unter dem Eindruck des Faschismus in Europa mehrfach umgearbeiteten Drama das Porträt eines nicht mehr durch Ethik, Gesetze oder Moral eingezäunten Politikers. Und er stellt die Frage in den Raum, wie es kommt und zu welchem Zweck ihn alle anderen so lange haben gewähren lassen.

 

Der 1983 in Deutschland als Sohn einer Chilenin und eines Portugiesen geborene Regisseur Antú Romero Nunes, der sich mit spielvernarrten Inszenierungen und einem Sinn für das Grotesk-Komische einen Namen gemacht hat, beginnt den Eröffnungsreigen am Berliner Ensemble mit der Grundsatzfrage: Auf welchen Prinzipien gründen individuelles Leben, Gesellschaft und politische Macht in einer absurd erscheinenden Welt?

Besetzung
Regie Antú Romero Nunes
Bühne Matthias Koch
Kostüme Victoria Behr
Musik Johannes Hofmann
Dramaturgie Sibylle Baschung
Mit Constanze Becker
Oliver Kraushaar
Aljoscha Stadelmann
Patrick Güldenberg
Felix Rech
Annika Meier

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