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Boris Godunow

Deutsche Oper Berlin

Foto  © Bernd Uhlig
bis 7. Jul 2017
Deutsche Oper Berlin
Bismarckstr. 35
10627 Berlin

Modest P. Mussorgskij

 

Libretto von Modest P. Mussorgskij nach Alexander Puschkins Erzählung sowie Nikolai Karamsins „Geschichte des russischen Reiches“

Premiere am Royal Opera House Covent Garden, London, am 13. März 2016.

 

In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

 

Politische Prozesse mit ihrer ganz eigenen Dynamik stehen im Zentrum von Modest Mussorgskijs einziger vollendeter Oper „Boris Godunow“. Zwar schuf er mit der Partie des Zaren Boris eine der eindrücklichsten Opernfiguren überhaupt. Es ist das Portrait eines klugen Herrschers und gütigen Familienvaters, der es mit geschickter Heirat und guter Regierungsarbeit, aber auch der grausamen Bluttat eines Kindermordes auf den Zarenthron gebracht hat. Und zugleich wird das Scheitern dieses Herrschers gezeigt, der, von äußeren Feinden bedrängt, letztlich an seiner inneren Gewissensnot zerbricht.

 

Boris ist hierbei kein autonomes Individuum, das aktiv das politische Geschehen zu lenken und beeinflussen vermag und letztlich an seinen tragischen Verstrickungen heroisch scheitert. Vielmehr ist er den Zwängen politischer Prozesse unterworfen, die er nur wenig mehr aktiv zu beeinflussen vermag als sein Volk, das, als eine Art zweiter Protagonist des Stückes, von Mussorgskij in beeindruckenden Chorszenen auf die Bühne gebracht wird. Dieses Volk erscheint in seinem Leid unter der absolutistischen Macht von Zar und Adel ebenso wie als rasender Mob in der finalen Revolutionsszene der Oper als eine anonyme, ohne Bewusstsein für die eigene Rolle, Macht und Verantwortung handelnde Masse. Aus dieser löst der Komponist aber immer wieder einzelneFiguren. Mit manchmal nur wenigen Sätzen gelingt es ihm hierbei, ihnen ein individuelles Gesicht und Schicksal zu geben und damit auf Seiten der Herrscher wie der Herrschenden ein differenziertes und ambivalentes Bild von Macht und Ohnmacht individuellen Handelns zu zeichnen.

 

Es inszeniert der englische Regisseur Richard Jones. Er arbeitet regelmäßig am Royal Opera House Covent Garden, und hat unter anderem an der New York City Opera, der English National Opera, den Opernhäusern in Amsterdam und Frankfurt und bei den Bregenzer Festspielen gearbeitet. Sein Berliner Debüt gab er 2004 mit Alban Bergs „Wozzeck“ an der Komischen Oper Berlin. Mit „Boris Godunow“ wird er erstmals an der Deutschen Oper Berlin inszenieren.

Besetzung
Inszenierung Richard Jones
Musikalische Leitung Kirill Karabits
Bühne Miriam Buether
Kostüme Nicky Gillibrand
Dramaturgie Sebastian Hanusa
Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin

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