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Boris Charmatz: 10000 Gesten

Volksbühne

 © Tristram Kenton
bis 3. Feb 2018
Volksbühne
Rosa-Luxemburg-Platz
10178 Berlin

Deutsch und Englisch

 

„10000 Gesten“ beruht auf der faszinierenden Idee, ein Stück aufzuführen, in dem keine einzige Bewegung wiederholt wird. Nach der Uraufführung auf Tempelhof entsteht nun erstmals auf der Bühne des großen Hauses dieses explosive Alphabet des Tanzes. Das, kaum aufgeführt, sofort wieder verschwindet.

 

„Das Gefühl von Vergänglichkeit ist für mich das zentrale Element des Stücks“, meint der französische Choreograf. Alle 24 Tänzer führen in strenger Abfolge 400 Gesten auf. Ein melancholischer Schauer von Bewegungen, ein Ozean aus Informationen. Handelt es sich um die Antithese programmierter Daten, die sich hypnotisch tanzend aus der Cloud ergießen? Für 10000 Gesten arbeitet Charmatz erneut mit dem Mode- und Kostümdesigner Jean-Paul Lespagnard zusammen. Er verwandelt Silhouetten aus dem öffentlichen Raum und stimmt sie eng auf die Tänzer*innen ab: eine Art transformierte Dschellaba oder die abstrahierte Kluft eines Straßenarbeiters, Uniformen urbanen Sicherheitskommandos, Transgender-Terroristen oder Fragmente von opulenten Roben. Über allem schwebt die monumentale Trauermusik aus Mozarts Requiem.

 

Die Zuschauer*innen sitzen einem Bewegungsbild gegenüber, das sich nicht mehr vollständig erfassen lässt, der Blick schweift unablässig zwischen Detail und Gesamtbild, zwischen dem Einzelnen und der Communitas. Eine lineare Erzählung löst sich auf in dem Wirbel von blitzenden Mikroereignissen. Flüchtig, aber doch unvergesslich!

Besetzung
Regie Boris Charmatz

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