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Blaubart

Komische Oper Berlin

 © Iko Freese drama berlin de
bis 10. Nov 2018
Komische Oper Berlin
Behrenstr. 55-57
10117 Berlin

Jacques Offenbach

 

am 13.07.2018 um 18:30 Uhr Einführungsvortrag:

„Haarprobleme zwischen Liebe und Tod: Blaubärte und Blaustrümpfe“ mit Alexander Meier-Dörzenbach, Gastdramaturg

 

Im Anschluss an die Vorstellung

„Womanizer, Wüstling, Witzfigur? Die wunderbaren Facetten des Ritter Blaubart“ – Gespräch mit Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Blaubart 2018), Günther Neumann (Blaubart 1983-1992) und Alexander Meier-Dörzenbach (Dramaturg);

Moderation: Ulrich Lenz (Chefdramaturg)

 

 

Frauenprobleme überall – aufgrund der allumfassenden Blödheit seines Sohnes ist König Bobèche zwecks Thronfolgesicherung auf der verzweifelten Suche nach seiner dereinst ausgesetzten Königstochter. Die Schäferin Fleurette wird als hinreichend tochternhaft erkannt, kurzerhand als Hermia akkreditiert und im Königsschloss mit dem Traumschwiegersohn Saphir vermählt. Auch bei Blaubart ist Not an der Frau: Der Gattin Nr. 5 bereits überdrüssig, schickt er seinen alchemistischen Handlanger Popolani wie so oft auf Suche nach einer würdigen Nachfolgerin. Die robuste Bäuerin Boulotte lässt sich vom legendären Frauenverschleißer nicht bange machen, eher schon von endloser Langeweile an der Seite Popolanis, der bereits ihre Vorgängerinnen aus eigennützigen Gründen in nicht ganz so ewigen Schlaf versetzt hat. Angeführt von Boulotte proben Blaubarts Verflossene den Aufstand! Bei so viel Frauenpower hat selbst der übelste Bösewicht bald nichts mehr zu lachen ... oder vielmehr gerade darum?!

Der Barbe-bleue (Blaubart) des Märchens kann etymologisch auf den altfranzösischen Barbeu (Werwolf) bezogen werden, der sich wiederum als pelztragendes Schaf entpuppen mag. Genau in diesem Wechselspiel zwischen Grauen und Komik wurzelt der Blaubart-Erfolg im dekadenten Paris in der Dämmerung der zweiten Kaiserzeit: Man lacht über die eigene Unzulänglichkeit, als hätte man schon Karl Kraus’ Diktum verinnerlicht: „Liebe und Kunst umarmen nicht, was schön ist, sondern was eben dadurch schön wird.“

Besetzung
Inszenierung Stefan Herheim
Musikalische Leitung Clemens Flick
Bühnenbild Christof Hetzer
Kostüme Esther Bialas
Dramaturgie Alexander Meier-Dörzenbach
Chöre Jean-Christophe Charron
Mit Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Peter Renz
Christiane Oertel
Vera-Lotte Böcker
Johannes Dunz
Tom Erik Lie
Philipp Meierhöfer
Christoph Späth
Sarah Ferede
Katarzyna Wlodarczyk
Talya Lieberman

Chorsolisten der Komischen Oper Berlin

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