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Blaubart

Komische Oper Berlin

 © Jan Windszus Photography
bis 13. Jul 2018
Komische Oper Berlin
Behrenstr. 55-57
10117 Berlin

Jacques Offenbach

 

Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy

Textfassung von Stefan Herheim und Alexander Meier-Dörzenbach

 

Über 50 Jahre nach der legendären Inszenierung von Walter Felsenstein und pünktlich zum Jubiläumsjahr legt der norwegische Theaterzauberer Stefan Herheim, der zuletzt mit seinem verrückt-opulenten Xerxes das Berliner Publikum begeisterte, seine Version der vielleicht kämpferischsten Operette Offenbachs vor. Mit Wolfgang Ablinger-Sperrhacke in der Titelpartie gibt einer der wandlungsfähigsten Charaktertenöre unserer Tage sein Debüt an der Komischen Oper Berlin.

 

Frauenprobleme überall – aufgrund der allumfassenden Blödheit seines Sohnes ist König Bobèche zwecks Thronfolgesicherung auf der verzweifelten Suche nach seiner dereinst ausgesetzten Königstochter. Die Schäferin Fleurette wird als hinreichend tochternhaft erkannt, kurzerhand als Hermia akkreditiert und im Königsschloss mit dem Traumschwiegersohn Saphir vermählt. Auch bei Blaubart ist Not an der Frau: Der Gattin Nr. 5 bereits überdrüssig, schickt er seinen alchemistischen Handlanger Popolani wie so oft auf Suche nach einer würdigen Nachfolgerin. Die robuste Bäuerin Boulotte lässt sich vom legendären Frauenverschleißer nicht bange machen, eher schon von endloser Langeweile an der Seite Popolanis, der bereits ihre Vorgängerinnen aus eigennützigen Gründen in nicht ganz so ewigen Schlaf versetzt hat. Angeführt von Boulotte proben Blaubarts Verflossene den Aufstand! Bei so viel Frauenpower hat selbst der übelste Bösewicht bald nichts mehr zu lachen ... oder vielmehr gerade darum?!

Der Barbe-bleue (Blaubart) des Märchens kann etymologisch auf den altfranzösischen Barbeu (Werwolf) bezogen werden, der sich wiederum als pelztragendes Schaf entpuppen mag. Genau in diesem Wechselspiel zwischen Grauen und Komik wurzelt der Blaubart-Erfolg im dekadenten Paris in der Dämmerung der zweiten Kaiserzeit: Man lacht über die eigene Unzulänglichkeit, als hätte man schon Karl Kraus’ Diktum verinnerlicht: „Liebe und Kunst umarmen nicht, was schön ist, sondern was eben dadurch schön wird.“

Besetzung
Inszenierung Stefan Herheim
Musikalische Leitung Clemens Flick
Bühnenbild Christof Hetzer
Kostüme Esther Bialas
Dramaturgie Alexander Meier-Dörzenbach
Chöre Jean-Christophe Charron
Mit Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Peter Renz
Christiane Oertel
Vera-Lotte Böcker
Johannes Dunz
Tom Erik Lie
Philipp Meierhöfer
Christoph Späth
Sarah Ferede
Katarzyna Wlodarczyk
Talya Lieberman

Chorsolisten der Komischen Oper Berlin

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