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Baumeister Solness

Volksbühne

Foto  © Thomas Aurin
bis 1. Jul 2017
Volksbühne
Rosa-Luxemburg-Platz
10178 Berlin

Henrik Ibsen

 

Die Beschäftigung mit dem norwegischen Psychogrammatiker Henrik Ibsen ist eine wichtige Konstante im Regieleben von Frank Castorf. Sie spannt einen Bogen über zwei politische Systeme, über das Theater in Ost und West hinweg. Auf die eine ganz bestimmte Ästhetik prägende „Nora“ (1985 Anklam) folgte „Volksfeind“ (1988 Karl-Marx-Stadt), „John Gabriel Borkman“ (1990 Deutsches Theater Berlin) und „Die Frau vom Meer“ (1993 Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz). Mit der Umsetzung von „Baumeister Solness“ greift Frank Castorf nun den Themen-Kosmos Ibsens wieder auf; verhandelt wird die Existenz zwischen Genialität und Durchschnittlichem, zwischen Widerstand und Konformität, zwischen Wende und Konsensverbleib und immer wieder auch das Baumeisterreich, das die nächste Generation beansprucht.

 

"Was mich und was auch den Ibsen interessiert, so von moralisch-ethischer Kontinuität ist, wie lange bleiben Leute bei der Stange und sagen, wir unterstützen dich, wir sind solidarisch. Und wann kommt etwas, was diese Kontinuität außer Kraft setzt. Also so eine Geschichte wie Opportunismus. Und die ist schwer durchschaubar. Die kann man nicht mit einfachen Formen, auch nicht mit der Satire oder der Groteske darlegen, wie man das aus bestimmten Stücken von Bulgakow, von Majakowski kennt - die einfache Figurenzeichnung des Umfallers aus Berechnung. Das darzustellen, ist ein ganz interessanter Punkt, also wie so Opportunismus funktioniert. Wie manchmal die Leute, die umfallen, in das Entgegengesetzte was sie noch vor einer Stunde gesagt haben; das ist ja wie im Zeitraffer, im Stück sind es Tage, im Leben sind es manchmal Jahre, in bestimmten historischen Abschnitten auch Jahrzehnte. Das war, was mich am Anfang interessiert hat, auch an anderen Stücken, die ich bisher gemacht habe, die dieses Thema zum Gegenstand haben. (Frank Castorf, 1988 im Gespräch mit Stefan Frohmader)

 

 

 

 

 

Besetzung
Regie Frank Castorf
Bühne/ Kostüme Bert Neumann
Licht Lothar Baumgarte
Ton Klaus Dobbrick
Dramaturgie Sebastian Kaiser
Mit Kathrin Angerer
Margit Carstensen
Marc Hosemann
Horst Lebinsky
Jeanna Paraschiva
Volker Spengler und Daniel Zillmann

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